Ilkott Sicherheitsschuhe: Mid G im Test
Kurz gesagt
- Mein Fazit: Die Ilkott Mid Modell G Sicherheitsschuhe sind sehr bequem und sehr atmungsaktiv. Beim ersten Einsatz bei der Arbeit sitzt der Fuß sicher, ohne Druckstellen oder Reibung an der Ferse.
- Der Drehverschluss, ähnlich wie bei einem Skischuh, lässt sich mit einem Handgriff festziehen und gibt dem Fuß festen Halt. Während der Arbeit muss ich keine Schnürsenkel neu binden.
- Die Kennzeichnungen S3S FO SR können für Sanitär-, Bau- oder Elektroarbeiten passen, wenn die Gefährdungsbeurteilung den Schutzumfang bestätigt.
- Die Kennzeichnung S3S FO SR ersetzt keine Isolationszertifizierung nach DIN EN 50321-1. Arbeiten an elektrischen Anlagen sollen möglichst spannungsfrei erfolgen; zusätzliche PSA richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung.
Ilkott hat mir ein Paar Sicherheitsschuhe Mid Modell G, Artikelnummer A30NILKOTT G, in Größe 42 geschickt. Ich habe sie bei Elektroarbeiten getragen.
Mein erster Eindruck: Die Schuhe sind über den Arbeitstag sehr bequem und sehr atmungsaktiv. Der Drehverschluss, ähnlich wie bei einem Skischuh, lässt sich mit einem Handgriff festziehen und hält den Fuß sicher.
Das Paar ist mit S3S FO SR gekennzeichnet. Es kann für verschiedene Gewerke infrage kommen, wenn die Gefährdungsbeurteilung die konkreten Eigenschaften als ausreichend einstuft. Die Kennzeichnungen belegen keine elektrische Isolierung nach EN 50321-1.
A30NILKOTT G
Artikelnummer des erhaltenen Paars
42
bei der Arbeit getragene Schuhgröße
S3S FO SR
Kennzeichnungen auf dem Etikett
3,0 mm
Prüfnagel für die durchtritthemmende Einlage bei S3S
Mid Modell G auf einen Blick
Das erhaltene Paar ist knöchelhoch: brauner Schaft in Nubukoptik mit schwarzen Meshpartien, rote Sohle und ein Schaftrand, der bis zum Knöchel reicht. Die genaue Artikelnummer steht auf dem innen eingenähten Etikett.
Widerspruch in den Herstellerunterlagen: Auf der Produktseite stehen Nubukleder und eine Verbundstoff-Zehenschutzkappe, im PDF A30NILKOTT G hingegen Nubuk-Mikrofaser und eine Stahlkappe. Die Bilder klären die Materialfrage nicht; ich behaupte deshalb weder einen Lederanteil noch ein bestimmtes Kappenmaterial für mein Exemplar.
Die Marke führt diese Serie in ihrer Kategorie Sicherheitsschuhe, neben den Versionen niedrig, hoch und dem Mid Modell K. Mein Paar ist der Mid G in Braun; Ilkott bietet ihn in den Größen 38 bis 47 an.
Der Drehverschluss hat mich sofort überzeugt
Das Verschlusssystem fällt an diesem Paar als Erstes auf. Ilkott nennt es „BOA®-Verschlusssystem“. Die Bedienung ist sofort verständlich: Mit einem Handgriff festziehen, ähnlich wie bei einem Skischuh.
Klassische Schnürsenkel muss ich im Laufe des Tages nachziehen. Hier passe ich den Halt mit einer Drehung an, ohne den Schuh auszuziehen. Der Fuß sitzt fest im Schuh.
Ich fing bei dieser Art von Verschluss nicht bei null an: Das Prinzip des Schnellverschlusses ist bereits bei einem anderen Paar dokumentiert auf der Website. Aber es ist das erste Mal, dass ich ihn wirklich im Einsatz trage, und das Fazit passt in einen Satz: Der Verschluss bleibt fest.
Im Alltag spare ich mir beim Anziehen einen Handgriff und kann den Sitz jederzeit nachstellen, ohne das Werkzeug abzulegen. Ein offener Schnürsenkel bleibt bei Arbeiten in der Höhe ein Risiko. Mit diesem System entfällt das Nachbinden.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich beim Tragen: Die Spannung verteilt sich gleichmäßig über den Spann, statt wie bei geknoteten Schnürsenkeln punktuell zu wirken. Der Fuß hat Halt, ohne eingeengt zu werden. Das zählt, wenn ich häufig die Arbeitsposition wechsle.
Im Laufe des Tages nachstellen
Der Vorteil dieses Verschlusses liegt in der Bedienung: Eine Drehbewegung zum Festziehen, eine weitere zum Lockern, ohne die Schnürung anzufassen.
Ich ziehe den Verschluss zu Beginn fest und prüfe den Fersenhalt, bevor ich auf eine Leiter steige oder länger in der Hocke arbeite. An Tagen mit wechselnden Arbeitspositionen stelle ich ihn in der Pause nach: ohne den Schuh auszuziehen und ohne einen neuen Knoten.
Das erwarte ich von einem Baustellenschuh. Wer die Schnürung nie nachstellt, bemerkt einen unpassenden Sitz oft erst bei der Arbeit: oben zu locker oder am Ende eines langen Tages zu eng.
Was ich vor dem ersten Tragen prüfe
Neue Sicherheitsschuhe prüfe ich vor dem ersten Baustelleneinsatz. Ich beginne mit dem Etikett: Artikelnummer, Größe und Kennzeichnungen müssen zum bestellten Modell passen.
Dann taste ich den Schuh innen mit der Hand ab. Im Bereich der Zehenschutzkappe darf ich keine scharfe Kante spüren, und die Einlegesohle muss richtig liegen. Ein Fehler an der Kappe ist damit sofort spürbar und ein Grund, den Schuh zurückzugeben.
Zum Schluss mache ich einen kurzen Trageversuch mit beiden Schuhen, erst im Stehen, dann in der Hocke. Dabei ziehe ich den Verschluss wie bei der Arbeit fest. Wenn jetzt etwas drückt oder zieht, möchte ich das vor dem Einsatz wissen.
Komfort und Atmungsaktivität beim ersten Tragen
Beim ersten Arbeitseinsatz prüfe ich, ob der Fuß beim Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Hocken sicher sitzt. Beim getesteten Mid G bleibt die Ferse an ihrem Platz, und unter dem Fußgewölbe entsteht zunächst keine Druckstelle.
Der Schaft zeigt seitlich schwarze Meshpartien und eine braune Oberfläche in Nubukoptik. Die Materialangaben des Herstellers widersprechen sich. Im gelieferten Paar fühlt sich der Fuß zunächst nicht eingeengt an, auch wenn ich vom Gehen in die Hocke wechsle.
Ich achte auf drei Anzeichen: keine Druckstelle unter dem Fußgewölbe, keine Reibung an der Ferse und kein Grund, die Schuhe nach den ersten Bewegungen zu lockern. Bei diesem ersten Arbeitseinsatz trifft das alles zu.
Damit kann ich Passform und Halt beurteilen, aber noch nicht die Haltbarkeit über mehrere Wochen. Weiter beobachten werde ich vor allem Ferse, Nähte, die Verbindung zwischen Sohle und Schaft sowie den Verlauf des Verschlussseils. Dort zeigt sich, ob der anfängliche Komfort im Gebrauch erhalten bleibt.
Einsatzbereiche anhand der Gefährdungsbeurteilung
Die Mid G ist nicht auf Elektroarbeiten beschränkt. Ob sie auch für Sanitärarbeiten, Bauarbeiten oder andere Tätigkeiten geeignet ist, entscheidet die Gefährdungsbeurteilung anhand der tatsächlichen S3S FO SR-Kennzeichnung.
Schnellverschluss, Atmungsaktivität und der anfänglich gute Sitz können in vielen Arbeitsbereichen nützlich sein. Daraus folgt keine Freigabe für jede Baustelle und jedes Gewerk.
Der mittelhohe Schaft (Mid-Cut) deckt den Knöchel ab, reicht aber nicht so weit hoch wie ein hoher Schaft. Für Tage, an denen ich zwischen Werkstatt, Außenarbeiten und Fahrten wechsle, finde ich diese Höhe passend.
Um das Modell im Sortiment einzuordnen, liefert der Vergleich der Marken von Sicherheitsschuhen die Orientierung bei Normen und Produktlinien. Und für den Geist der Marke im Bereich Kleidung trage ich im Einsatz auch die Hose Ilkott Fresh Collection.
Was die Kennzeichnungen S3S FO SR bedeuten
Das offizielle Datenblatt nennt „EN ISO 20345:2022 S3S SR“. Das innen eingenähte Etikett meines Paars trägt S3S FO SR, dazu Artikelnummer, Größe und Herstellungsland. Jeder Code hat eine bestimmte Bedeutung.
S3 baut auf S2 auf und ergänzt Durchtrittschutz sowie eine profilierte Laufsohle. Bereits S1 umfasst antistatische Eigenschaften und Energieaufnahme im Fersenbereich. S2 ergänzt den Schutz gegen Wasserdurchtritt am Schaft.
| Code | Bedeutung | Wofür das im Alltag steht |
|---|---|---|
| Code S3 | Bedeutung S2 + Durchtrittschutz + profilierte Laufsohle | Wofür das im Alltag steht Nägel, Schutt und unebene Böden |
| Code S3S | Bedeutung Nichtmetallische durchtrittsichere Einlage (Durchtrittschutz-Einlage), Prüfung mit einem 3,0-mm-Nagel | Wofür das im Alltag steht Flexible Sohle ohne metallische Einlage |
| Code FO | Bedeutung Beständigkeit gegen Kraftstoffe und Öle | Wofür das im Alltag steht Werkstätten und verölte Böden |
| Code SR | Bedeutung Zusätzliche Rutschhemmungsprüfung auf Keramik mit Glycerin | Wofür das im Alltag steht Rutschige Böden; ersetzt die frühere Kennzeichnung SRC |
Die Kennzeichnungen des Paars, erläutert anhand der Herstellerleitfäden.
Das abschließende S in S3S beschreibt die durchtritthemmende Einlage: Sie ist nichtmetallisch und wird mit einem 3,0-mm-Nagel geprüft. Dieser ist dünner als der 4,5-mm-Nagel für klassische Einlagen. Die Prüfung ist damit anspruchsvoller.
FO kennzeichnet die Beständigkeit gegen Kraftstoffe und Öle. SR steht für eine zusätzliche Rutschhemmungsprüfung auf Keramikfliesen mit Glycerin.
Die Grundprüfung auf Keramikfliesen mit Natriumlaurylsulfat-Lösung gehört seit EN ISO 20345:2022 zu den allgemeinen Anforderungen. Die optionale SR-Prüfung ergänzt sie; die früheren Kennzeichnungen SRA, SRB und SRC entfallen.
Die Zehenschutzkappe muss einer Stoßenergie von 200 Joule und einer statischen Druckbelastung von 15 Kilonewton standhalten. 200 Joule entsprechen ungefähr dem Fall eines 20 kg schweren Gewichts aus einem Meter Höhe. Diese mechanische Schutzwirkung sagt nichts über elektrische Isolation aus.
Zehenbereich und Ferse im Detail
Drei Bereiche sind bei Baustellenschuhen besonders beansprucht: die Schuhspitze, die Ferse und die Verbindung zur Sohle. Auf den Fotos des Paars lassen sie sich genauer betrachten.
Ich schaue zuerst auf die Verarbeitung der Übergänge. Bei diesem Paar ist der Schaft vorne sauber eingefasst, und der Sohlenüberstand deckt die besonders beanspruchte Kante ab.
An der Ferse liegen die roten Steppnähte der Fersenkappe und eine schwarze Zwischensohle zwischen Schaft und Laufsohle. Diesen Bereich prüfe ich auf Verschleiß, weil er bei jedem Schritt belastet wird.
Auch von hinten wirkt die Verarbeitung stimmig: rote Steppnähte und eine leicht überstehende Sohle. Beim ersten Tragen zeigen sich dort keine sichtbaren Mängel.
Laufsohle, Profil und SR-Kennzeichnung
Die Laufsohle ist rot und weist über die gesamte Fläche verteilte geometrische Profilblöcke auf. Hier setzt auch die angegebene Rutschhemmung an.
Die SR-Prüfung betrifft Ferse und Vorfußbereich. Beide sind bei der Arbeit wichtig. Auf verölten oder nassen Böden kommt es im Alltag auf das Zusammenspiel aus Profil und Gummimischung an.
Die FO-Kennzeichnung ergänzt die Angaben zur Sohle um die Beständigkeit gegen Kraftstoffe und Öle. Das ist in Werkstätten oder auf verschmutzten Böden relevant.
EN 50321-1: S3S ist keine Isolationszertifizierung
Je nach Einsatz kann dieser Punkt die Kaufentscheidung bestimmen: Die Kennzeichnung S3S FO SR weist keine Isolationsklasse nach EN 50321-1 nach.
Die Norm EN ISO 20345 beschreibt mechanische Schutzfunktionen. Ihre zusätzlichen Anforderungen umfassen keine elektrische Isolation. Die Kennzeichnungen für elektrische Eigenschaften sind A für antistatisch und C für leitfähig (leitfähige Schuhe). Ein S3-Sicherheitsschuh ist daher nicht automatisch elektrisch isolierend.
Die Unterscheidung ist wichtig: A bedeutet antistatisch, nicht isolierend. Eine antistatische Sohle leitet Ladungen ab. Sie schützt nicht vor dem Kontakt mit einem spannungsführenden Teil.
Für elektrisch isolierende Schuhe gilt EN 50321-1. Die Norm umfasst unterschiedliche elektrische Klassen, auch für höhere Spannungen. Auf dem Etikett der Mid G ist keine solche Isolationsklasse angegeben.
Die üblichen Klassen reichen von Klasse 00 für bis zu 500 V Wechselspannung und 750 V Gleichspannung bis Klasse 0 für bis zu 1 000 V Wechselspannung und 1 500 V Gleichspannung.
Jeder Schuh wird einzeln geprüft: Klasse 00 mit 2 500 V und einem Grenzstrom von 3 mA, Klasse 0 mit 5 000 V und 5 mA, jeweils für eine Minute.
Die EN 50321-1:2018 unterscheidet sechs elektrische Isolationsklassen (00 bis 4). Bei Klasse 4 stehen 36 kV AC für die zulässige Anwendung; 50 kV AC bezeichnen die dielektrische Prüfspannung und sind keine Einsatzspannung.
Die Logik ist dieselbe wie bei den Isolierhandschuhen oder einer Isolierleiter: Jeder Schutz erfüllt seine Norm. Ich habe die Klasse 0 und die Prüfungen der EN 50321 bereits bei einem eigenen Paar ausführlich beschrieben.
Das ist kein Mangel des Mid G, sondern entspricht der Kategorie S3S-Sicherheitsschuh. Für Arbeiten unter Spannung verwende ich ein speziell dafür ausgelegtes isolierendes Paar. Der Mid G bleibt mein Baustellenschuh.
Schuhgröße und Eintragen
Auf ihrer französischen Produktseite nennt die Marke die Größen 38 bis 47. Mein Paar ist Größe 42, meine übliche Schuhgröße.
Ich probiere Schuhe am Ende des Tages an, wenn der Fuß etwas angeschwollen ist, und trage dabei meine Arbeitssocken. Die Ferse muss sicher sitzen, ohne zu rutschen. Hinter der Zehenschutzkappe brauchen die Zehen ausreichend Platz.
Danach prüfe ich den Halt beim Gehen und in der Hocke. Hebt sich die Ferse oder rutscht der Fuß nach vorne zur Kappe, prüfe ich zuerst die Passform. Ein Drehverschluss kann eine unpassende Größe oder Schuhweite nicht ausgleichen.
Den Sitz werde ich nach weiteren Einsätzen erneut beurteilen. Das Material ist optisch nubukähnlich, doch die Herstellerunterlagen widersprechen sich; eine Anpassung echten Veloursleders behaupte ich daher nicht.
Vor dem Kauf: die konkrete Ausführung klären
Bei einer Bestellung würde ich die Artikelnummer A30NILKOTT G ausdrücklich angeben und um die Unterlagen dieser Ausführung bitten. Ein allgemeiner Katalog zur Ilkott-Reihe reicht für die offenen Materialfragen nicht aus: Die beiden hier genannten Dokumente beschreiben den Mid G unterschiedlich.
Die Rückfrage lässt sich in zwei Punkte aufteilen: Woraus besteht der Schaft, und woraus besteht die Zehenschutzkappe? So bleibt erkennbar, ob eine Antwort beide Widersprüche auflöst oder nur einen davon. Die äußere Form der Schuhspitze beantwortet die Frage nach dem Material der Kappe nicht.
Eine lesbare Aufnahme des Etiketts hilft, die Antwort der angebotenen Ware zuzuordnen. Artikelnummer, Größe und Kennzeichnung sollten sich auf dasselbe Paar beziehen. Ein Bild eines anderen Mid-Modells ist für diese Rückfrage wenig hilfreich, auch wenn Farbe oder Verschluss ähnlich aussehen.
Die Angaben zu Leder, Mikrofaser, Stahl und Verbundmaterial lassen sich auch nicht nach persönlicher Vorliebe auswählen. Entscheidend ist, welche Beschreibung für die angebotene Ausführung gilt. Bis diese Zuordnung vorliegt, bleibt die Zusammensetzung anhand der hier vorhandenen Unterlagen offen.
Bei der Pflege hat das eine praktische Folge: Fragen Sie nach den Mitteln, die für den genannten Schaft geeignet sind. Eine Behandlung nur wegen der sichtbaren Nubukoptik auszuwählen, wäre keine belastbare Materialentscheidung. Die allgemeinen Sixton-Hinweise ersetzen die Anleitung zum konkreten Schuh nicht.
Bewahren Sie eine schriftliche Antwort zusammen mit dem zugehörigen Datenblatt auf. Wird später ein anderes Ilkott-Modell als Ersatz angeboten, beginnt der Vergleich mit dessen eigenen Unterlagen. Die Fotos dieses Mid G belegen weder die Materialien noch die Schutzmerkmale eines benachbarten Modells.
Schutzbedarf und Passform getrennt vergleichen
Für die Auswahl würde ich zwei Spalten anlegen: die Anforderungen des Arbeitsplatzes und die Angaben zum jeweiligen Schuh. Das verhindert, dass der angenehme erste Eindruck eine fehlende Schutzangabe verdeckt. Auch die Einstufung S3S beantwortet nicht jede Frage zu einem konkreten Einsatzort.
Bei Nässe ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Schaft und vollständigem Schuh entscheidend. Die in den genannten Normenübersichten erläuterte Wasseraufnahme und der Wasserdurchtritt des Obermaterials sind etwas anderes als die mit WR geprüfte Wasserbeständigkeit des ganzen Schuhs.
Wer regelmäßig in nasser Umgebung arbeitet, sollte deshalb genau diese Anforderung mit den Unterlagen abgleichen. Aus S3S allein folgt keine Zusage, dass der komplette Mid G unter allen Bedingungen trocken bleibt. Mein erster Trageeindruck liefert dazu ebenfalls keine zusätzliche Messung.
Beim elektrischen Risiko gehört die erforderliche Schutzmaßnahme in dieselbe Gegenüberstellung. Eine mechanische Schutzklasse oder die antistatische Eigenschaft ersetzt keine passende elektrische Isolationsklasse. Der Mid G kann nicht allein wegen seiner Verwendung durch einen Elektriker als Isolierschuh eingeplant werden.
Danach kommt die Passform des einzelnen Trägers. Meine übliche Größe 42 beschreibt mein Paar und meinen ersten Eindruck. Sie sagt nicht, wie viel Platz eine andere Person benötigt. Fragen Sie vor der Bestellung nach Anprobe und Größenumtausch, statt allein dieselbe Nummer zu übernehmen.
Beim Vergleich sollten beide Schuhe beurteilt werden, nicht nur der bequemere Fuß. Notieren Sie getrennt, wo etwas drückt und ob die Ferse beim Gehen hält. Der Drehverschluss erleichtert die Einstellung; er ist aber kein Grund, eine unpassende Form oder Größe zu akzeptieren.
Informationen für spätere Rückfragen aufbewahren
Für eine spätere Frage an den Händler sind Etikett, Gesamtansicht und Detailaufnahme unterschiedliche Hilfen. Das Etikett benennt die Ausführung, die Gesamtansicht zeigt den Zustand, und die Nahaufnahme zeigt die betreffende Stelle. Ein einzelnes unscharfes Detail lässt diese Zuordnung oft offen.
Notieren Sie bei einer Auffälligkeit, seit wann sie besteht und bei welcher Bewegung sie auftritt. Beschreiben Sie die Beobachtung, ohne daraus selbst eine Materialdiagnose abzuleiten. Ob etwa ein Verschlussteil ersetzt werden darf und welches passt, richtet sich nach den Angaben des Herstellers.
Diese Dokumentation ist keine Lebensdauerprognose. Für mein erhaltenes Paar bleibt der Aussageumfang beim ersten Tragen. Ein späterer Bericht wäre nur dann vergleichbar, wenn Tragebedingungen und Zustand nachvollziehbar beschrieben werden; eine heute festgelegte Haltbarkeit lässt sich daraus nicht gewinnen.
Pflege von Schaft in Nubukoptik, Mesh und Profil
Die Pflegehinweise von Sixton liefern allgemeine Anhaltspunkte, sind aber keine spezifische Anleitung für den Mid G, dessen Schaftmaterial in den Herstellerunterlagen unterschiedlich angegeben wird.
Zuerst nehme ich die Einlegesohle heraus, damit der Schuh innen trocknen kann. Ich lasse ihn an der Luft bei Raumtemperatur trocknen, nie über 30 °C, fern von Heizkörpern und direkter Sonne.
Den nubukähnlichen Schaft behandle ich zunächst mit einer weichen Bürste, ohne seine genaue Materialart vorauszusetzen. Sichtbares Mesh kann vorsichtig mit einem leicht feuchten Tuch gereinigt werden; die Verträglichkeit weiterer Mittel muss anhand der Herstelleranleitung geprüft werden.
Benzol, Säuren und Lösungsmittel sind zu vermeiden. Sie beschädigen den Schaft und die Klebeverbindungen.
Ich prüfe Einlegesohlen, Verschlussseil und Führungen auf Verschleiß und tausche sie nach Bedarf und Herstellerhinweis aus; ein pauschaler Wechselrhythmus passt nicht zu jeder Nutzung.
Außerdem reinige ich das Sohlenprofil regelmäßig. Verschmutzungen können die Rutschhemmung beeinträchtigen; daraus ergibt sich kein Nachweis elektrischer Isolation. Darauf weisen auch die Pflegeempfehlungen der Branche hin.
Was sich erst im längeren Gebrauch zeigt
Die Haltbarkeit von Schaft, Nähten und Verschlusssystem lässt sich erst mit der Zeit beurteilen. Das erste Tragen reicht nicht aus, um Aussagen zum Verschleiß zu treffen.
Auf Dauer beobachte ich besonders die bei jeder Biegung beanspruchten Stellen: Verbindung zwischen Sohle und Schaft, Nähte der nubukähnlichen Schaftflächen und Meshpartien, Fersenhalt und Verschlussseil. Eine Veränderung dort ist aussagekräftiger als eine oberflächliche Spur auf der Sohle.
Bei jeder Reinigung prüfe ich auch den Seilverlauf am Drehverschluss, die Führungen und die umlaufende Verklebung der Sohle. Entsteht Spiel oder wird das Seil beschädigt, sollte das behoben werden, bevor es bei der Arbeit stört.
Mein Paar hat Größe 42, meine übliche Größe. Wenn ich es später ersetze, gehe ich beim Anprobieren wieder genauso vor: Arbeitssocken, am Tagesende leicht angeschwollene Füße, sicherer Fersenhalt und Platz vor der Zehenschutzkappe.
| Merkmal | Meine Beobachtung | Vor dem Kauf wichtig |
|---|---|---|
| Merkmal Komfort | Meine Beobachtung Bei der Arbeit fallen die Schuhe beim Tragen kaum auf | Vor dem Kauf wichtig Die stärkste Eigenschaft dieses Paars |
| Merkmal Atmungsaktivität | Meine Beobachtung Beim ersten Tragen atmungsaktiv, Nubukoptik und Mesh | Vor dem Kauf wichtig Herstellerdokumente widersprechen sich beim Schaftmaterial |
| Merkmal Drehverschluss | Meine Beobachtung Mit einem Handgriff festgezogen, sicherer Halt | Vor dem Kauf wichtig Ilkott nennt ein BOA®-Schnürsystem |
| Merkmal Kennzeichnungen | Meine Beobachtung S3S FO SR auf dem Etikett meines Paars | Vor dem Kauf wichtig Artikelnummer, Größe und Kennzeichnungen am eigenen Paar prüfen |
| Merkmal Elektrische Isolation | Meine Beobachtung Nicht belegt: keine EN-50321-1-Klasse am Etikett | Vor dem Kauf wichtig Für Arbeiten unter Spannung nur dafür zugelassene isolierende Schuhe verwenden |
Überblick über die beim Arbeitseinsatz geprüften Eigenschaften des Paars.
- Guter Komfort bei den ersten Einsätzen: keine Druckstellen unter dem Fußgewölbe und keine Reibung an der Ferse.
- Beim ersten Tragen gute Atmungsaktivität, mit sichtbaren Meshpartien; genaues Schaftmaterial nicht geklärt.
- Schneller, stabiler Drehverschluss, mit einem Handgriff einstellbar, ohne den Schuh auszuziehen.
- Für verschiedene Gewerke denkbar, wenn die Gefährdungsbeurteilung zu S3S FO SR passt.
- Kennzeichnungen S3S FO SR für die wesentlichen Anforderungen auf Baustellen.
- Etikett direkt am Paar prüfbar: Artikelnummer, Größe und Kennzeichnungen sind sichtbar.
- Keine elektrische Isolationsklasse nach DIN EN 50321-1 auf dem Etikett: S3S FO SR genügt dafür nicht.
- Spannungsfreiheit hat Vorrang; weitere zertifizierte PSA richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung.
Meine Einschätzung der Ilkott Mid Modell G Schuhe
Die Ilkott Mid G hat mich bei der ersten dokumentierten Nutzung mit angenehmem Sitz, Atmungsaktivität und Drehverschluss überzeugt. Die konkrete Schutzkennzeichnung auf dem Paar lautet S3S FO SR; daraus folgt weder eine Eignung für jedes Gewerk noch eine elektrische Isolationsklasse nach DIN EN 50321-1. Für Elektroarbeiten gilt: möglichst spannungsfrei arbeiten und weitere PSA anhand der Gefährdungsbeurteilung auswählen.
Sind die Ilkott Mid Modell G Schuhe elektrisch isolierend?
Nein. Das fotografierte Paar trägt S3S FO SR, aber keine elektrische Isolationsklasse nach EN 50321-1. Diese Kennzeichnungen allein belegen keine Isolierung. Vorrang haben Spannungsfreiheit und passende PSA nach Gefährdungsbeurteilung.
Was bedeutet die Kennzeichnung S3S FO SR?
S3 ergänzt S2 um Durchtrittschutz (Durchtrittsicherheit) und eine profilierte Laufsohle. Das zweite S steht für eine nichtmetallische durchtritthemmende Einlage, geprüft mit einem 3,0-mm-Nagel. FO bezeichnet die Beständigkeit gegen Kraftstoffe und Öle, SR die zusätzliche Rutschhemmungsprüfung auf Keramikfliesen mit Glycerin. SR ersetzt das frühere SRC.
Gibt der Drehverschluss dem Fuß wirklich sicheren Halt?
Ja, das ist mir beim ersten Tragen besonders aufgefallen: Mit einem Handgriff festziehen, ähnlich wie bei einem Skischuh, und der Fuß bleibt bei den ersten Bewegungen sicher gehalten. Mit einer Drehung lässt sich der Sitz nachstellen, ohne den Schuh auszuziehen.
Eignen sich die Schuhe auch für andere Gewerke als Elektroarbeiten?
Ja. Die Schutzfunktionen S3S FO SR, der Schnellverschluss und die Atmungsaktivität eignen sich auch für allgemeine Baustellenarbeiten. Die Konstruktion ist nicht auf Elektroarbeiten beschränkt.
Wie pflege ich den Schaft und die Meshpartien des Mid G?
Die Oberfläche in Nubukoptik mit einer weichen Bürste pflegen; vorher das echte Material laut Hersteller klären. Sichtbare Meshpartien vorsichtig mit einem leicht feuchten Tuch reinigen. Nicht ohne ausdrückliche Freigabe in der Maschine waschen; an der Luft und ohne direkte Hitze trocknen lassen.
Welche Größen nennt Ilkott für das Modell Mid G?
Auf der französischen Produktseite nennt die Marke die Größen 38 bis 47. Ich trage 42, die Größe des erhaltenen Paars. Ich empfehle, die Schuhe mit Arbeitssocken und möglichst am Ende des Tages anzuprobieren. Anschließend Fersenhalt und Platz vor der Zehenschutzkappe prüfen.
Transparenz Ilkott : Mid Modell G Sicherheitsschuhe (A30NILKOTT G).
Théo Desrousseaux
Elektriker und Herausgeber
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Artikel: https://www.sparx-elec.com/de/ilkott-sicherheitsschuhe-test/ Ausgabe: DE — Deutsch Sachlicher Fehler: [sachlichen Fehler beschreiben] Textstelle: [Textstelle zitieren oder benennen] Quelle: [optionale Quellen-URL]
Quellen und Referenzen
- 1. Ilkott — Sicherheitsschuh Mid Modell G (A30NILKOTT G)
- 2. Ilkott — technische PDF-Daten zum Mid G A30NILKOTT G
- 3. Ilkott — Aufbau der Sicherheitsschuhe der Marke
- 4. Sixton — Pflege von Sicherheitsschuhen
- 5. Emma Safety Footwear — Kennzeichnungen und Klassen nach EN ISO 20345
- 6. Sievi — Änderungen durch EN ISO 20345:2022
- 7. Nitras — EN ISO 20345: Ausgabe 2011 im Vergleich zur Ausgabe 2022
- 8. Etche Sécurité (FR) – EN 50321 für elektrisch isolierende Schuhe
- 9. Workmaster — isolierende Schuhe für Arbeiten unter Spannung
- 10. uvex safety — Leitfaden zu EN ISO 20345:2022, Prüfungen und Kennzeichnungen
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