Freischalten und prüfen
Den Stromkreis in der Verteilung freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und die Spannungsfreiheit mit einem zweipoligen Spannungsprüfer feststellen.
Kurz gesagt
Raytech hat mir zwei Isolier-/Vergussgele für elektrische Verbindungen geschickt: das zweikomponentige Magic Gel und das einkomponentige Wonder Gel.
Ich habe beide an Wago-2273-Verbindungen in einer Abzweigdose im Außenbereich verwendet. Das ist ein typischer Fall, wenn eine Verbindung vor Feuchtigkeit geschützt werden soll.
Entscheidend ist die Verarbeitung: Magic Gel wird gemischt und vernetzt innerhalb von etwa zehn Minuten, um die Verbindung dauerhaft zu umschließen. Wonder Gel ist bereits vernetzt und lässt sich direkt mit einer Kartuschenpresse einbringen.
In derselben Sendung der italienischen Marke erhielt ich Magic Gel 300, das 1000-ml-Gebinde und eine 280-ml-Kartusche Wonder Gel.
Dabei sind mir auch Punkte aufgefallen, die ich kritisch sehe: zunächst widersprüchliche Angaben zur Vernetzungszeit, dann ein vollständig misslungener Versuch mit Wonder Gel aus der Kartusche. Darauf gehe ich im Fazit genauer ein.
2 Werte
Vernetzung bei 23 °C: unter 10 min im Text, etwa 15 min in der Raytech-Tabelle
> 20 kV/mm
angegebene Durchschlagfestigkeit beider Gele
−60/+200 °C
angegebener Einsatztemperaturbereich beider Gele
2 × 150 ml
Inhalt von Magic Gel 300
Eine offen zugängliche oder unsachgemäß angeschlossene Klemme ist auch in einer trockenen Dose nicht automatisch sicher. Im Freien bildet sich bei Temperaturschwankungen Kondenswasser im Gehäuse, das schließlich die Leiter erreicht.
Das ist das klassische Szenario des FI-Schutzschalters mit 30 mA, der bei Regen auslöst, ohne dass ein Gerät die Ursache wäre: Der Fehlerstrom kommt von einer feuchten Verbindung.
Das Dichtungsgel setzt genau dort an. Es umschließt die Klemme, hält Feuchtigkeit vom Kontakt fern und schützt vor Oxidation und Korrosion. Beide können Übergangswiderstände und Erwärmung verursachen. Die Beschreibung von Wonder Gel nennt auch eindringende Insekten, wie sie in Abzweigdosen im Garten häufig vorkommen.
Bei Sanierungen sehe ich oft eine vorhandene Dose, deren Deckel nach den Arbeiten nicht wieder geschlossen wurde. An den Innenwänden sammelt sich Kondenswasser, die Klemmen altern, und der Fehler fällt erst auf, wenn das Schutzgerät auslöst.
Das Gel wirkt hier vorbeugend: Es unterbricht den Weg des Wassers zum Kontakt. Die Dose und ihre Kabelverschraubungen ersetzt es nicht.
Vor dem Gel kommt das Gehäuse selbst.
Bei meinen Außeninstallationen in Frankreich habe ich Entwässerungsöffnungen im unteren Dosenbereich verwendet, auch bei neuen Gehäusen. Das ist keine allgemeine Montageanweisung für Deutschland. Ob Kondenswasseröffnungen geöffnet werden dürfen, richtet sich nach den Vorgaben des Gehäuseherstellers und der benötigten Schutzart.
Nicht vorgesehene Bohrungen können die Dichtheit und die IP-Einstufung aufheben.
Bei einer Erdabzweigdose (Abzweigdose für Erdverlegung) geht das nicht. Dort hat Gel seinen eigentlichen Nutzen, ebenso bei Transformatoren und Außenstrahlern direkt auf dem Boden, die nach meiner Erfahrung irgendwann ausfallen.
Anders als Vergussharz bleibt das Gel wieder zugänglich: aufschneiden, Klemme herausnehmen, ersetzen. Gegenüber einem dauerhaft harten Verguss ist das der entscheidende Vorteil. Das war für mich bei Arbeiten interessant, bei denen vorbereitete Anschlüsse später noch geändert werden.
Ein vorbereiteter Anschluss ist das Ende eines Stromkreises, an dem noch kein Verbraucher angeschlossen ist: etwa ein Lichtauslass ohne Leuchte oder eine Zuleitung zur Terrasse, deren Unterverteilung noch fehlt.
In Frankreich gehört ein solcher Anschluss in eine dichte Abzweigdose oder an eine für den Außenbereich geeignete Leuchtenanschlussdose, statt lose in einem Installationsrohr zu liegen.
Genau dort kann Gel sinnvoll sein: Die Dose bleibt monatelang geschlossen, Kondenswasser bildet sich, und ohne Gel bleibt die Verbindung ungeschützt.
So kommen die beiden Produkte auf die Baustelle: Auf der Verpackung von Magic Gel 300 sind zwei Flaschen abgebildet, auf dem Karton von Wonder Gel eine einzelne Kartusche. Beide tragen die Kennzeichnung IP68. Der Unterschied liegt darin, ob ich vor der Anwendung mischen muss.
Magic Gel 300 und Magic Gel 1000 bestehen jeweils aus zwei Flaschen zum Mischen (2 × 150 ml beziehungsweise 2 × 500 ml). Einzelportionen in Beuteln aus dem Katalog betreffen andere Produkte wie Magic Fluid, nicht Magic Gel 1000. Das Datenblatt beschreibt das Gel als sehr dünnflüssig.
Nach dem Eingießen verteilt es sich und umschließt auch dicht angeordnete Klemmen in einer bereits verdrahteten Dose.
Die Vernetzung erfolgt bei Raumtemperatur, ohne die angrenzenden Materialien zu erhitzen.
Die beiden Komponenten werden unmittelbar vor der Anwendung zu gleichen Teilen gemischt. Sobald sie zusammenkommen, beginnt die Vernetzung. Ich gieße deshalb sofort danach und bereite die gesamte Dose vor, bevor ich die Flaschen öffne.
Die Temperatur beeinflusst die Verarbeitungszeit deutlich. Bei meinem Versuch im Hochsommer genügten etwa zehn Sekunden zum Mischen; danach wurde die Masse schnell zähflüssig. Bei Kälte bleibt mehr Zeit. Ich halte mich daher nicht an eine feste Mischdauer, sondern mische kurz und gründlich und gieße sofort.
Die aktuelle Raytech-Beschreibung nennt selbst zwei Werte bei 23 °C: Im Beschreibungstext steht eine Vernetzungszeit von weniger als 10 Minuten, in den technischen Daten etwa 15 Minuten. Das sind Vernetzungszeiten, keine Anweisung, zehn oder fünfzehn Minuten lang zu rühren.
Der Vorteil gegenüber Harz liegt gerade in der Kaltvernetzung (Vernetzung bei Raumtemperatur). Das Datenblatt nennt eine sehr geringe Wärmeentwicklung, sodass die angrenzenden Materialien thermisch wenig belastet werden.
Info
Mischen und Vernetzen sind zwei verschiedene Vorgänge. Im Sommer war meine Mischung nach ungefähr 10 Sekunden fertig; danach gieße ich sofort. Die von Raytech genannten 10 bis 15 Minuten beziehen sich auf die Vernetzung bei 23 °C. Auf derselben Produktseite stehen dafür zwei unterschiedliche Herstellerangaben.
Wonder Gel kommt in einer 280-ml-Kartusche, ohne dass etwas gemischt werden muss. Laut Hersteller ist es bereits vernetzt: kein Mischen, kein Warten. Die Kartusche kommt in eine handelsübliche Silikonpresse, das Gel wird eingespritzt und soll sofort schützen.
So beschreibt es der Hersteller. In meinem Praxisversuch hat das nicht funktioniert; meinen Ablauf schildere ich weiter unten.
Die zentrale Eigenschaft: Es härtet nicht aus. Das Gel bleibt weich und lässt sich für spätere Arbeiten aufschneiden. Laut Datenblatt kann es bei jeder Witterung, auch bei Regen, verarbeitet werden und altert nicht.
Mein Versuch hat diese Verarbeitungsvorteile nicht bestätigt: Die Klemmen waren nur teilweise umschlossen, blieben an der Oberfläche, und das Gel klebte. Die Einzelheiten folgen im Erfahrungsbericht.
Raytech beschreibt das Wonder Gel als bereits vernetzt und in der geschlossenen Kartusche ohne angegebenes Verfallsdatum lagerfähig. Daraus allein folgt keine allgemeine Ausnahme von der Gefahrstoffkennzeichnung; maßgeblich sind Etikett und Sicherheitsdatenblatt des konkreten Produkts.
Herausnehmen, verwenden, wieder verstauen: Es trocknet nicht ein und hat kein Verfallsdatum.
Das lässt sich wie ein gebrauchsfertiger Dichtstoff handhaben, ohne den Aufwand einer erst anzumischenden Vergussmasse.
Es gibt außerdem Wonder Gel Invisible, ein transparentes Gel für Anwendungen, bei denen die Verbindung sichtbar bleiben soll. Der Kontakt lässt sich durch das Gel kontrollieren, ohne es aufzuschneiden. Meine Kartusche war die klassische blaue Variante; das Prinzip bleibt gleich, nur die Farbe unterscheidet sich.
Auf der Verpackung sind die vorgesehenen Anwendungen abgebildet: Gartenleuchten, Dachantennen und Gehäuse. Das Gel soll sowohl unzureichend isolierte Verbindungen nachträglich schützen als auch neue Verbindungen, selbst an schwer zugänglichen Stellen.
Trotz der unterschiedlichen Verarbeitung nennt Raytech für beide Gele dieselben elektrischen Kennwerte. Die folgende Tabelle übernimmt die veröffentlichten Werte aus Produktbeschreibungen und Datenblättern.
| Kriterium | Herstellerangabe |
|---|---|
| Kriterium Durchschlagfestigkeit | Herstellerangabe Mehr als 20 kV/mm |
| Kriterium Spezifischer Durchgangswiderstand | Herstellerangabe Mehr als 2 × 10¹⁵ Ω·cm |
| Kriterium Brandverhalten | Herstellerangabe Gel UL 94-HB |
| Kriterium Einsatztemperatur | Herstellerangabe −60 °C bis +200 °C |
| Kriterium Kurzzeitige Überlasttemperatur | Herstellerangabe Bis 250 °C |
| Kriterium Schutzart | Herstellerangabe IP68 in einem geeigneten Gehäuse (Herstellerangabe) |
| Kriterium Zugänglichkeit nach dem Verguss | Herstellerangabe Ja, das Gel lässt sich aufschneiden und entfernen |
| Kriterium CLP-Einstufung | Herstellerangabe Produktetikett und Sicherheitsdatenblatt beachten |
| Kriterium Verfallsdatum | Herstellerangabe Keines (keine begrenzte Haltbarkeit) |
Herstellerangaben von Raytech für Magic Gel und Wonder Gel aus den Produktbeschreibungen und Datenblättern.
Raytech nennt IP68 nur bei geeignetem Gehäuse. Die italienische Wonder-Gel-Seite führt zusätzlich IPX8-Prüfungen durch IMQ bei geeigneten Gehäusen an. Weder die runde IP55-Dose des Magic-Gel-Versuchs noch mein Wonder-Gel-Aufbau wurden von mir auf ihre Schutzart geprüft.
Das Gel macht nicht jede beliebige Dose dicht. Es schützt die Verbindung in einem Gehäuse, das selbst den Schutz gegen feste Fremdkörper sicherstellt und das Gel einschließt.
Auch der Temperaturbereich braucht Kontext: −60 bis +200 °C gilt für das Gel, nicht für die gesamte Installation. Ein Versorgungskabel wird selten heißer als 90 °C; für das Gel bleibt damit eine große Temperaturreserve.
UL 94-HB, die Einstufung für langsames horizontales Brennen, beschreibt allein das Brandverhalten des Produkts. Beide Datenblätter nennen außerdem UV- und Schimmelbeständigkeit, was bei einer Dose in praller Sonne relevant ist.
Ich habe das Gel auch an Schraubverbindern ausprobiert. Daraus lässt sich keine Eignung für jede Klemmtechnik ableiten: Entscheidend sind die Verbindung und die Herstellerangaben. Der weiter unten gezeigte zylindrische Verbinder mit Kupfersteg ist ohne Gel fotografiert; dieses Bild dokumentiert keinen Verguss.
Beide Verpackungen zeigen die IP-Kennzeichnung gut sichtbar. Die erste Ziffer (6) steht für Staubschutz, die zweite (8) für dauerndes Untertauchen. IP68 ist kein allgemeines Qualitätssiegel, sondern bezeichnet eine im Labor geprüfte Beständigkeit gegen Wassereintritt.
Raytech knüpft die Angabe für sein Gel an geeignete Gehäuse. Die Dichtheit des Gesamtsystems hängt damit von der Dose und ihrer Montage ab, nicht allein vom eingefüllten Produkt.
Ich habe Magic Gel in einer runden IP55-Abzweigdose auf einer niedrigen Betonmauer im Freien getestet. Die in meinem französischen Versuchsaufbau verwendeten R2V-Kabel mit 2,5 mm² führen direkt in die Dose; darin sind die Adern mit Wago-Klemmen verbunden.
So sieht eine typische Verbindung für eine Gartenbeleuchtung aus, die Feuchtigkeit ausgesetzt ist.
Im Versuch verwende ich Magic Gel 300: zwei Flaschen mit je 150 ml, die vor dem Eingießen gemischt werden. Flaschen auf der Mauer, Verpackung neben Dose und Schraubendreher: Der Aufbau ist überschaubar. Ich muss nichts erwärmen und keine Kartuschenpresse bestücken.
Entscheidend war bei meinem Versuch, rechtzeitig zu gießen, statt lange zu mischen. Im Hochsommer genügten etwa 10 Sekunden Rühren, bevor das Gel zähflüssiger wurde. Bei kühlerem Wetter bleibt mehr Zeit.
Ich mische das Gel in einem einfachen Gefäß, etwa einem Glas, Kunststoffbecher oder Messbecher. Das Gel nimmt seine durchscheinend blaue Farbe an, dann gieße ich sofort.
Für die Aushärtung bei 23 °C nennt Raytech auf der aktuellen Produktseite zwei Werte: weniger als 10 Minuten im Beschreibungstext und etwa 15 Minuten in der technischen Tabelle.
Zuerst kommt die erste Komponente ins Glas, danach die zweite. Ich leere beide Flaschen direkt nacheinander; sobald die Komponenten zusammenkommen, beginnt die Vernetzung.
Die dunklere zweite Komponente kommt in dasselbe Glas. So entsteht das laut Anleitung vorgesehene Mischungsverhältnis zu gleichen Teilen.
Zum Rühren verwende ich einen sauberen, geeigneten Gegenstand. In meinem Sommerversuch genügten etwa zehn Sekunden für eine gleichmäßige Mischung. Längeres Warten verringerte die Fließfähigkeit schnell. Deshalb bereite ich Verbindungen, Einfüllweg und Gefäß vor dem Vermischen der Komponenten vor.
Ich gieße aus einem einfachen Gefäß, etwa einem Glas, Kunststoffbecher oder Messbecher, statt mit einer Kartuschenpresse zu arbeiten. In meinem Versuch floss das Gel in die Dose und bedeckte die Wago-Klemmen; beim Eingießen waren an der Oberfläche keine Lufteinschlüsse erkennbar.
Anders als Wonder Gel muss ich es nicht von Hand hineindrücken: Es verteilt sich von selbst zwischen den Leitern.
Anschließend gieße ich in die runde Dose an der (Beton-)Mauer. Das Gel fließt hinein, umschließt die Wago-Klemmen und verteilt sich zwischen den Leitern.
Ich gieße gleichmäßig weiter in die runde Dose neben der Betonmauer. Das Gel fließt ohne Unterbrechung nach und wölbt sich nicht auf.
Ein Ergebnis hat mich überrascht: Obwohl die R2V-Kabel ohne Kabelverschraubungen eingeführt waren, trat kein Gel aus der Dose aus. Die Wago-Klemmen sind vollständig umschlossen, der Deckel lässt sich schließen, und an den Kabeleinführungen läuft nichts heraus.
Beim Befüllen habe ich das Gel mit dem Finger berührt. Es klebt wie Wonder Gel, ist aber flüssig genug, um sich jeder Form anzupassen.
Vor der Betonmauer halte ich eine blaue Gelmasse in der Hand, die sich dehnen lässt, ohne zu reißen. Die zähe, klebrige Konsistenz zeigt, warum ich mit Handschuhen arbeite.
Von oben ist die runde Dose vollständig gefüllt. Die Klemmen verschwinden unter einer gleichmäßigen blauen Gelmasse, ohne trockene Ecken oder Hohlräume.
Drei praktische Beobachtungen bleiben festzuhalten. Erstens die Mengenplanung: Mit Magic Gel 300 hätte ich bei meinem Aufbau zwei ausreichend große Abzweigdosen behandeln können. Anfangs hatte ich erwartet, das Gebinde deutlich schneller aufzubrauchen.
Zweitens die Beständigkeit: Ich habe eine Probe Magic Gel bewusst etwa einen Monat draußen im Garten liegen lassen. Bei der Kontrolle hatte sie sich kaum verändert.
Das passt zur von Raytech angegebenen UV-Stabilisierung. Daraus folgt allerdings keine IP68-Einstufung für eine beliebige Dose: Auch der Hersteller setzt ein geeignetes Gehäuse voraus.
Drittens die Einbaulage: Solange die Dose offen ist und die Deckelöffnung nach oben zeigt, lässt sie sich leicht befüllen.
Bei einer bereits senkrecht befestigten Dose brauche ich eine geeignete Einfüllöffnung. Ein Loch von oben erleichtert das Gießen, verändert aber das Gehäuse. Seine Schutzart darf danach nicht als unverändert vorausgesetzt werden.
Je wärmer es ist und je länger ich nach dem Mischen warte, desto schwieriger wird das, weil das Gel zunehmend zäh wird.
Für spätere Arbeiten muss ich dagegen nicht bohren. Ich öffne den Deckel und hebe das Gel heraus. In meinem Versuch ließ es sich innerhalb weniger Sekunden gleichmäßig von Hand lösen und hinterließ kaum Rückstände. Die Verbindung bleibt damit wesentlich leichter zugänglich als bei hartem Vergussharz.
Raytech-Gel kommt nicht nur für einfache Kabelverbindungen infrage. Der Hersteller nennt für Magic Gel Sprint ausdrücklich elektronische Schaltungen und für Ray Gel Telefonanlagen, Gegensprechanlagen sowie den Schutz von LEDs und Displays.
Damit ist ein Einsatz zum Feuchtigkeitsschutz von Verbindungen oder kleinen elektronischen Baugruppen in einem Fahrzeug, Wohnmobil, Roller oder einer Außenleuchte grundsätzlich nachvollziehbar.
Die Voraussetzung bleibt ein geeignetes Gehäuse mit fachgerechter Verdrahtung.
Solche Versuche finde ich gerade bei LED-Zubehör interessant, das Spritzwasser oder Kondenswasser ausgesetzt ist.
Die entscheidende Grenze ist die Wärmeabfuhr. Raytech nennt Temperaturbeständigkeit und thermische Kennwerte. Für das auf LEDs ausgerichtete Ray Gel wird jedoch eine Wärmeleitfähigkeit von weniger als 0,2 W/m·K angegeben.
Ich behandle diese Gele deshalb nicht wie Wärmeleitpaste oder einen Kühlkörper. Einen Treiber, Transformator oder eine LED, die ihre Wärme über das Gehäuse abführen müssen, würde ich ohne thermische Prüfung nicht eingießen.
Dasselbe gilt für die Schutzart: Gel schützt die umschlossenen Teile. Eine Innenleuchte wird dadurch nicht zur Außenleuchte. Raytech knüpft IP68 ausdrücklich an geeignete Gehäuse.
Ich sehe den Nutzen vor allem darin, eine Verbindung oder ein dafür geeignetes Elektronikfach vor Feuchtigkeit zu schützen. Die thermische und mechanische Konstruktion des Produkts ist damit nicht zu umgehen.
Der zweite Teil meines Tests betrifft den IP68-Kabelverbinder Betty 4 von Raytech: einen Little Joint L mit 145 × 46 × 35 mm, für höchstens 5 × 4 mm² und Kabeldurchmesser von 10 bis 16 mm.
Raytech nennt auf der Produktseite IP68 als offiziell vom IMQ geprüft und IP69K als offiziell getestet, ohne eine Prüfstelle für IP69K anzugeben; die elektrischen Leistungsmerkmale werden nach CEI EN 50393 soweit anwendbar aufgeführt.
Das Gehäuse ist mit Gel vorgefüllt und enthält die für Betty/4 vorgesehene Klemmverbindung, nicht den kleineren Fred IP68 aus den Werkstattfotos. Es ist nichts vorzubereiten oder anzumischen: einfach anschließen und schließen.
Betty 4 ist für IP68 offiziell vom IMQ geprüft, mit IP69K offiziell getestet und elektrischen Leistungsangaben gemäß CEI EN 50393 soweit anwendbar, mit Gel vorgefüllt und mit dem vorgesehenen Klemmenblock ausgestattet; der fotografierte Fred und Betty/4 sind zwei Modelle. Anschließen und Schließen genügt.
Seine Anschlussgrenzen sind klar: höchstens 5 × 4 mm², Kabeldurchmesser 10 bis 16 mm. Die Abmessungen prüfe ich vor dem Kauf.
Raytech sieht Betty/4 für die Erdverlegung unter den angegebenen Bedingungen vor. Die IP-Schutzart allein weist jedoch keine Druckfestigkeit nach; der mechanische Schutz hängt von der Ausführung der Verlegung ab.
Meine Werkstattfotos zeigen die Schraubklemmen und das Anziehen mit dem Schraubendreher am kleineren Fred IP68. Im Artikel über Little Joint L und Betty/4 erläutere ich die Handhabung getrennt von den Herstellerangaben des Betty/4.
Für meinen Versuch habe ich eine Abzweigdose im Außenbereich an einer Steinmauer verwendet; die Schutzart dieses Wonder-Gel-Aufbaus habe ich nicht gemessen. Darin sind Wago-Klemmen 2273-203 mit eindrähtigen Leitern von 1,5 mm² angeschlossen.
Diese Klemmen verwende ich häufig für Abzweige im Freien: direkte Steckverbindung, 450 V, 24 A, für eindrähtige Leiter von 0,5 bis 2,5 mm² und 11 mm Abisolierlänge.
Die Wahl zwischen den Serien erläutere ich im Vergleich Wago 221 oder 2273. Die 2273 ist für eindrähtige Leiter bestimmt; bei einer Verbindung flexibler und eindrähtiger Leiter ist die 221 erforderlich.
Drei Klemmen sitzen an den Kabeleinführungen. Das ist ein typischer vorbereiteter Anschluss an einer Fassade, etwa für einen Strahler oder eine Wandleuchte.
Die Kabel werden durch geeignete Kabeleinführungen geführt. Die abisolierten eindrähtigen Leiter stecke ich bis zum Anschlag in die WAGO-2273-203-Klemmen innerhalb der Dose. Ihre Prüföffnungen sind für geeignete Messspitzen vorgesehen.
Vor dem Öffnen der Abzweigdose
Ich öffne eine Dose im Außenbereich nur, wenn der Stromkreis eindeutig zugeordnet und freigeschaltet ist. Den betreffenden Abgang in der Verteilung abschalten, gegen Wiedereinschalten sichern und die Spannungsfreiheit feststellen, bevor die Leiter berührt werden.
Freischalten und prüfen
Den Stromkreis in der Verteilung freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und die Spannungsfreiheit mit einem zweipoligen Spannungsprüfer feststellen.
Verbindungen vorbereiten
Eindrähtige Leiter 11 mm abisolieren und bis zum Anschlag in die Klemmstellen der 2273 einstecken.
Mischen oder Kartusche einsetzen
Die beiden Flaschen Magic Gel mischen oder die Wonder-Gel-Kartusche in eine handelsübliche Kartuschenpresse einsetzen.
Klemmen vollständig umschließen
Das Gel über die Klemmen einbringen, bis sie vollständig bedeckt sind. Die Dose bei Bedarf neigen.
Vernetzung abwarten oder schließen
Beim Zweikomponenten-Gel die Vernetzung abwarten; beim Einkomponenten-Gel die Dose sofort schließen.
Kontrollieren
Im spannungsfreien Zustand Deckel, Einführungen und Verbindungen prüfen. Die FI/RCD-Funktionsprüfung erst nach sicherer Wiederinbetriebnahme fachgerecht durchführen.
Beim Einbringen zeigt sich ein Unterschied zur Produktbeschreibung: Das Gel ist sehr zäh und pastös, fließt nicht zwischen die Leiter und verteilt sich nicht von selbst.
Mit der Kartuschenpresse schiebe ich es oberflächlich um die Klemmen herum. Die Wago-Klemmen bleiben über der Gelmasse sichtbar.
An derselben Dose teste ich, wie sich die Klemme entfernen lässt: Die Klemme 2273 lässt sich ohne Widerstand herausziehen, das schwarze Kabel kommt mit. Ich brauche kein Werkzeug; der Gelblock lässt sich mit einer Hand abziehen.
Die weiße Dose mit Gel, schwarzem Kabel und einem Finger, der in das Gel drückt, zeigt die Konsistenz: klebrig, aber leicht aufzuschneiden und herauszunehmen.
Ich habe Wonder Gel mit einer Kartuschenpresse verarbeitet. Die 280-ml-Kartusche lässt sich wie eine normale Dichtstoffkartusche einsetzen. Im gefilmten Versuch nutze ich eine Makita-Kartuschenpresse. Das Gel haftet schlecht am Kartuschenkörper; ich drücke zuletzt von Hand nach, bekomme die Wago-Klemmen aber nicht in die Masse.
Die Verarbeitung erfordert mehr Geschick, als es zunächst den Anschein hat. An diesem Punkt hat sich mein Urteil geändert; die Einzelheiten folgen im nächsten Abschnitt.
Die Kartusche selbst ist unauffällig: weiße Düse, keine Vorbereitung vor dem Auspressen.
Die folgende Galerie zeigt die Klemmen nach dem Entfernen des Gels. Ich habe den Block aufgeschnitten und herausgenommen. An den Klemmen bleiben nur geringe Rückstände; Beschriftung und Leiter liegen vollständig frei.
Einen Punkt muss ich einordnen: Der Gelverguss in einer dichten Abzweigdose ist eine pragmatische Montagepraxis, aber kein zertifiziertes System. Die 2273 allein ist nicht wasserdicht.
Den Schutz gegen eindringendes Wasser muss ein geeignetes, nach Herstellerangaben montiertes Gehäuse einschließlich Kabeleinführungen und Verschluss sicherstellen. Die Schutzart meines Aufbaus habe ich nicht geprüft. Das Gel schützt die Verbindung, die es umhüllt.
Diese Kombination kann praktisch sein. Der eigene Verguss in der Dose ist jedoch nicht zertifiziert; eine VDE-Prüfung für genau diesen Aufbau liegt nicht vor.
In meinem Magic-Gel-Versuch hat das Umschließen funktioniert: Mein Verguss bedeckte die Wago-Klemmen; an der Oberfläche waren beim Eingießen keine Lufteinschlüsse erkennbar. Gel trat dabei nicht aus. Das ist eine praktische Beobachtung, die keine Zulassung ersetzt.
Für den Schutz einer Wago-Klemme ist die WAGO Gelbox nach EN 60998 VDE-geprüft. Betty 4 ist wiederum für IP68 offiziell vom IMQ geprüft, mit IP69K offiziell getestet und elektrischen Leistungsangaben gemäß CEI EN 50393 soweit anwendbar. Die Gelbox ist also nicht die einzige geprüfte Lösung überhaupt.
Auch die Grenzen meines Versuchs gehören dazu. Ich habe zum ersten Mal Gel vergossen und keinen Messprüfstand verwendet. Weder habe ich die Vernetzung auf die Zehntelsekunde genau gestoppt noch die Durchschlagfestigkeit nach dem Vernetzen geprüft.
Meine Beobachtungen sind optisch und praktisch: teilweise Umschließung, sehr zähes Gel, schließbare Dose und kein Gel, das in den Kabelverschraubungen hochstieg. Andere Nutzerberichte beschreiben dieselbe klebrige, nicht fließende Konsistenz, die mir Schwierigkeiten bereitet hat.
Für messtechnisch belegte Kennwerte bleiben die veröffentlichten Raytech-Angaben die Referenz.
Das Gel ersetzt die dichte Dose nicht. Es übernimmt das, was die Dose allein nicht leisten kann: den Schutz der Verbindung selbst.
In der Praxis fiel das Ergebnis anders aus als beim probeweisen Vergießen. Das zweikomponentige Magic Gel ließ sich beim ersten Versuch problemlos in die runde IP55-Dose gießen. Bei der 280-ml-Kartusche Wonder Gel gab es dagegen zwei Schwierigkeiten: die Menge und die Verarbeitung.
Wonder Gel lässt sich schnell entfernen: aufschneiden, abziehen, Klemme freilegen. In meinem Versuch gelang es danach jedoch nicht, die ursprüngliche gleichmäßige Umhüllung wiederherzustellen. Das Gel blieb an Fingern und Werkzeugen hängen, statt seine Form wieder anzunehmen.
Am Vortag hatte ich die Dose mit Wonder Gel wieder geöffnet, um das vorhandene Gel einzusetzen und zu ergänzen. Die von Raytech beschriebene Selbstverschweißung reichte in meinem Versuch nicht aus, um die ursprüngliche Umschließung sauber wiederherzustellen.
Das betrifft die hier getestete Wonder-Gel-Kartusche. Bei Magic Gel war das Ergebnis anders: Nach der Vernetzung lässt es sich sauber als Block mit sehr wenigen Rückständen herausnehmen. Trotzdem betrachte ich entnommenes Gel nicht als Abdichtung, die unverändert wieder eingesetzt werden kann.
Nach einem erneuten Eingriff gibt es drei Möglichkeiten. Laut WAGO-FAQ müssen Gelbox und Klemmen erneuert werden; nur dafür steht WAGO ein. Betty 4 lässt sich dagegen wieder öffnen und schließen. Raytech bezeichnet sie (die Box) als jederzeit wieder zugänglich.
Das Wonder Gel aus meiner Dose war schnell entfernt. Nach dem Wiedereinsetzen bot es jedoch keinen Schutz mehr, den ich als zuverlässig beurteilen würde.
Retour de chantier
Magic Gel konnte ich bei meinem Versuch in wenigen Sekunden mit kaum Rückständen entfernen. Das misslungene erneute Umschließen betraf dagegen Wonder Gel: Es klebte an den Fingern und umschloss die Klemmen beim Wiedereinsetzen nicht mehr gleichmäßig. Raytech bezeichnet den Betty 4 als wieder zugänglich; ob eine erneut verwendete Dichtung ihre ursprüngliche Schutzwirkung behält, ist damit nicht bewiesen. Bei der Gelbox beschreibt WAGO den Austausch von Box und Klemmen für die erneute Montage.
Die erste Schwierigkeit war der Verbrauch: Eine quadratische Abzweigdose für den Außenbereich mit IP55 und acht Einführungen ließ sich mit einer 280-ml-Kartusche nicht vollständig füllen. Wonder Gel ist schnell aufgebraucht, sobald mehrere Klemmen in einem mittelgroßen Gehäuse umschlossen werden sollen.
Raytech nennt keinen Verbrauch je Dose. Dokumentierte Größenordnungen anderer Systeme liegen bei 400 ml je Dose für ein Zweikomponenten-Gel, 370 ml für eine Harzvergussdose mit neun Einführungen und 80 ml für eine Minidose.
Für meine IP55-Außendose mit acht Einführungen reichte die Wonder-Gel-Kartusche mit 280 ml nicht, um alle Klemmen vollständig zu umschließen. Das freie Innenvolumen habe ich nicht gemessen; die benötigte Menge hängt von Abmessungen und Kabelbelegung ab.
Die zweite Schwierigkeit wiegt für mich schwerer: Eine wirklich dichte Umschließung mit Wonder Gel erfordert meiner Einschätzung nach Übung bei der Verarbeitung.
In meiner Dose verteilte sich Wonder Gel nicht selbstständig unter den Klemmen, obwohl Raytech es als selbstnivellierend beschreibt. Ich muss den Druck auf die Kartuschenpresse richtig dosieren, die Düse im richtigen Winkel führen und das Gel zwischen die Klemmen bringen.
Sonst liegt das Gel nur oben auf, statt unter die Leiter zu gelangen.
Meine erste Kartusche habe ich verbraucht, ohne das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Ich hielt die Dose für gefüllt; oben war alles bedeckt, unter den Klemmen jedoch nicht.
Deshalb kontrolliere ich nach dem Vergießen die Oberfläche. Bei einer vollständigen Umschließung ist keine Klemme sichtbar. Bei einer teilweisen Umschließung bleiben die Verbinder an der Oberfläche.
Mir ist die Verarbeitung nicht gelungen: Die Wago-Klemmen lassen sich nicht in das Gel drücken. Beim Nacharbeiten klebt es stark an den Fingern und Werkzeugen, und jeder Versuch scheitert. In dieser Dose gelang mir mit der Kartusche keine vollständige Umschließung der WAGO-Klemmen; eine IP-Dichtheitsprüfung habe ich nicht durchgeführt.
Eine Versuchsdose habe ich anschließend wieder geleert und gereinigt.
Auch andere Nutzer beschreiben Schwierigkeiten.
Ein Kunde des französischen Händlers 123elec, „Coco“, schreibt im März 2024 sinngemäß, man müsse die Verarbeitung erst lernen, weil das Gel weder trockne noch fließe. „Nico.P“ findet es im September 2025 mit einer normalen Kartuschenpresse leicht zu verarbeiten, hätte sich aber eine leichte Aushärtung gewünscht.
Italienische Nutzerberichte beschreiben das Gel ebenfalls als sehr klebrig und anfangs unhandlich. Magic Gel in Flaschen lässt sich dagegen dosieren und gießen. Dieses Gebinde empfehle ich ausdrücklich, auch über die erste Anwendung hinaus.
Bei der Verarbeitung bleibt Gel an Fingern und Werkzeugen hängen. Dabei trage ich Handschuhe. Trotzdem konnte ich die Umschließung nach dem Freilegen einer Klemme nicht wieder sauber herstellen.
Die geprüfte und zertifizierte Lösung zum Umschließen einer Wago-Klemme bleibt die WAGO Gelbox.
Raytech bietet mit Happy Joint 5 ebenfalls eine vorgefüllte Lösung: eine kleine Dose mit drei Einführungen, Gel und Klemmen bereits enthalten, vom IMQ nach IPX8 geprüft (CEI EN 50393), gebrauchsfertig und wieder zugänglich. Sie erfüllt dieselbe Funktion wie die Gelbox, besitzt aber keine VDE-Zertifizierung.
Diese Systeme ordne ich zusammen mit vorgefüllten Dosen und Sets mit Kabelverschraubungen in meinem Test der dichten Raytech-Abzweigdosen ein.
Gel schützt eine Verbindung vor Feuchtigkeit; Planung und fachgerechte Montage ersetzen es nicht. Ich behandle diesen Punkt als Bonne pratique : Jedes Bauteil muss zum Einbauort und zu den tatsächlichen Belastungen passen.
Attention
Das Gel schützt die Verbindung. Es ersetzt weder Gehäuse noch Leitung noch die elektrischen Schutzmaßnahmen, die für die jeweilige Installation erforderlich sind.
Bei Erdverlegung richten sich Tiefe, mechanischer Schutz und Kennzeichnung nach den am Installationsort geltenden Regeln. Gel schützt vor Feuchtigkeit, nicht vor Quetschung.
Raytech veröffentlicht keinen Preis für seine Gele. Den konkreten Betrag liefert ein Angebot. Die Produktreihe reicht von Magic Gel 300 (2 × 150 ml) über Magic Gel 1000 (2 × 500 ml) für mehrere oder tiefere Dosen bis zu den Gebinden 2000 und 10000 für industrielle Serienanwendungen.
Die Gebindegröße allein sagt wenig über die Kosten aus. Die in Frankreich erfassten Preisverhältnisse lassen sich nicht auf Deutschland übertragen. Ob Magic Gel 1000 bei mehreren Dosen wirtschaftlicher ist, hängt von den konkreten Angeboten und dem benötigten Volumen ab.
Der Versuch zeigt vor allem den Unterschied zwischen den beiden Verarbeitungsarten. Magic Gel in Flaschen lässt sich dosieren, gießen und kontrollieren. In der runden IP55-Dose waren die Wago-Klemmen auf Anhieb bedeckt; an der Oberfläche waren beim Eingießen keine Lufteinschlüsse erkennbar.
Trotz fehlender Kabelverschraubungen trat kein Gel aus den Einführungen aus.
Beim Betty 4 umschließt das bereits eingefüllte Gel die Klemmen beim Schließen; an den Dichtungen tritt etwas Gel aus. Hier handelt es sich um eine vom Hersteller als System geprüfte Verbindung, nicht um meinen Eigenverguss mit Magic Gel in einer herkömmlichen Dose.
Beim Wonder Gel aus der Kartusche war es anders: Ich habe die erste Kartusche mit 280 ml an der Dose mit acht Einführungen verbraucht, ohne die Wago-Klemmen vollständig umschließen zu können. Das Gel haftete an Fingern und Werkzeugen; eine durchgehende Ummantelung ist mir nicht gelungen.
Die Wago-Klemmen lassen sich nicht hineindrücken, das Gel klebt an den Fingern, und jeder Nachbesserungsversuch verschlechtert das Ergebnis.
Die Einschränkungen bleiben: Für die Gele wird IP68 nur mit geeignetem Gehäuse angegeben und für Wonder Gel eine IPX8-Prüfung durch IMQ genannt, aber keiner meiner Aufbauten wurde auf seine Schutzart geprüft, die Vernetzungszeit erscheint mit zwei Werten, 10 und 15 Minuten, und der eigene Verguss in einer Dose ist nicht zertifiziert.
Für eine Wago-Klemme bleibt die WAGO Gelbox die VDE-geprüfte Lösung (EN 60998, IPX8). Nach einem erneuten Eingriff müssen auch die Klemmen ersetzt werden. Raytechs Happy Joint 5 erfüllt dieselbe Funktion, mit vorgefülltem Gel und enthaltenen Klemmen. IPX8 ist vom IMQ geprüft; eine VDE-Zertifizierung besitzt er nicht.
Betty 4 ist für IP68 offiziell vom IMQ geprüft, mit IP69K offiziell getestet und elektrischen Leistungsangaben gemäß CEI EN 50393 soweit anwendbar, mit integrierten Kabelverschraubungen und vorgefülltem Gel. Das ist ein einbaufertiges System.
Eine separat ausgewählte Dose mit selbst eingegossenem Gel bleibt dagegen ein vor Ort zusammengestellter Aufbau.
Bei der Wiederzugänglichkeit kommt es auf das Gel und den Eingriff an: Magic Gel ließ sich bei meinem Versuch sauber entfernen. Bei Wonder Gel aus der Kartusche gelang mir nach dem Entfernen keine gleichmäßige Ummantelung mehr. Das ist kein Nachweis dafür, dass sämtliche Raytech-Gele nach dem Öffnen versagen.
Meine Auswahl je nach Anwendung: Magic Gel 300 für einen ersten Versuch oder eine Dose, Magic Gel 1000 für mehrere Dosen, Betty 4 für eine einbaufertige dichte Kabelverbindung und die Gelbox für eine Anwendung mit entsprechender Zertifizierung. Für Wonder Gel habe ich in meinem Praxisversuch keine brauchbare Anwendung gefunden.
Fazit zu Magic Gel
Magic Gel in Zweikomponenten-Flaschen hat mich im Versuch überzeugt: einfach eingießen, Wago-Klemmen bedeckt, beim Eingießen keine Lufteinschlüsse an der Oberfläche sichtbar, kein austretendes Gel an den R2V-Kabeleinführungen des französischen Versuchsaufbaus trotz fehlender Verschraubungen und sehr leichtes, schnelles Entfernen. Im Hochsommer genügten bei mir etwa zehn Sekunden Mischen, bevor das Gel schnell zäher wurde. Bei Kälte bleibt mehr Verarbeitungszeit; eine feste Mischdauer gilt nicht für jede Temperatur. Zwei Einschränkungen: Raytech setzt für IP68 ein geeignetes Gehäuse voraus, und die Produktseite nennt bei 23 °C zwei Vernetzungszeiten, weniger als 10 Minuten im Beschreibungstext und etwa 15 Minuten in der Tabelle. 4,5/5.
Fazit zu Wonder Gel
Wonder Gel aus der Kartusche hat in meinem Versuch nicht funktioniert: Die Klemmen blieben an der Oberfläche, das Gel klebte an Fingern und Werkzeugen, und ich erreichte in dieser Dose keine vollständige Umschließung.
Das Gel lässt sich schnell entfernen. Das gleicht den misslungenen Einbau in meinem Versuchsaufbau jedoch nicht aus. Für genau diese Anwendung würde ich es nicht wählen: 1,5/5.
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InteraktivQuiz: Raytech-Dichtungsgele
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Magic Gel besteht aus zwei Komponenten: zwei Flaschen zum Mischen, Kaltvernetzung in etwa 10 Minuten bei 23 °C (bzw. Aushärtung bei Raumtemperatur) laut Datenblatt. Es umschließt die Verbindung dauerhaft. Ich gieße es aus einem einfachen Gefäß, etwa einem Glas, Becher oder Messbecher. In meinem Versuch bedeckte es die Wago-Klemmen; an der Oberfläche waren beim Eingießen keine Lufteinschlüsse erkennbar. Aus der runden IP55-Dose trat dabei auch ohne Kabelverschraubungen kein Gel aus. Wonder Gel ist einkomponentig, bereits vernetzt und wird mit einer handelsüblichen Silikonpresse eingebracht. Laut Hersteller bleibt es weich und schützt sofort. In meinem Versuch gelang das nicht: Die Klemmen ließen sich nicht hineindrücken, das Gel klebte an den Fingern, und ich konnte die Klemmen in dieser Dose nicht vollständig mit Gel bedecken; eine IP-Dichtheitsprüfung habe ich nicht durchgeführt.
Der Raytech Betty/4 ist ein mit Gel vorbefüllter Mikro-Verbinder der Little-Joint-L-Reihe mit 145 × 46 × 35 mm, ausgelegt für 5 × 4 mm² und 10–16 mm Kabeldurchmesser. Raytech dokumentiert IP68/IP69K-Prüfungen und bezeichnet das Gehäuse als wieder zugänglich; daraus folgt keine garantierte Dichtheit nach der Wiederverwendung. Die Werkstattfotos zeigen den kleineren Fred IP68, eine andere Referenz, und keinen eigenen Dichtheitstest des Betty/4.
Raytech nennt IP68 in einem geeigneten Gehäuse. Für Wonder Gel nennt die italienische Raytech-Seite zusätzlich eine IPX8-Prüfung durch IMQ bei geeignetem Gehäuse. Für meine Aufbauten ist damit keine Schutzart nachgewiesen. Es macht nicht jede Dose dicht, sondern schützt die Verbindung in einem Gehäuse, das selbst den Schutz gegen feste Fremdkörper sicherstellt. Betty 4 ist dagegen für IP68 offiziell vom IMQ geprüft, mit IP69K offiziell getestet und elektrischen Leistungsangaben gemäß CEI EN 50393 soweit anwendbar. Für eine IPX8-zertifizierte Lösung ist das Gesamtsystem aus WAGO Gelbox und freigegebenen WAGO Klemmen nach EN 60998 VDE-geprüft. Bei 230 V verlangt WAGO zusätzlich eine Verbindungsdose, damit die doppelte Isolierung gewährleistet ist. Ich ordne sie im Test der dichten Raytech-Abzweigdosen ein.
Das ist eine pragmatische Montagepraxis, aber kein durch eine Prüfung zertifiziertes System. Eine 2273 allein ist nicht wasserdicht; ein eigener Gelverguss in einer gewöhnlichen Dose hat keine eigene Zertifizierung. In meiner runden IP55-Dose hat Magic Gel die Wago-Klemmen sichtbar umhüllt; an der Oberfläche waren beim Eingießen keine Lufteinschlüsse zu erkennen. Trotz fehlender Kabelverschraubungen trat an den R2V-Kabeln kein Gel aus. Das ist eine praktische Beobachtung, keine Zertifizierung. Die WAGO Gelbox ist nach EN 60998 VDE-geprüft und IPX8-zertifiziert; sie nimmt Klemmen der Serien 221 und 2273 bis 4 mm² auf. Die Auswahl bleibt: 2273 nur für eindrähtige Leiter, 221 bei flexiblen Leitern, wie im Beitrag zur Verbindung flexibler und eindrähtiger Leiter erläutert.
Magic Gel 300 mit 2 × 150 ml reichte mehr als aus, um die Klemmen einer runden IP55-Dose mit vier Einführungen zu umschließen. Ich habe beide Flaschen vollständig verwendet, weil ich einen ähnlich hohen Verbrauch wie bei Wonder Gel erwartet hatte. Tatsächlich hätte ich mit dem Gebinde zwei Dosen behandeln können. Bei meiner IP55-Dose mit acht Einführungen reichten 280 ml Wonder Gel nicht aus. Für andere Dosen muss die Menge anhand des freien Innenvolumens und der Belegung ermittelt werden. Bei den hier zugrunde gelegten Preisen aus Frankreich ist das Gebinde 1000 wirtschaftlicher, sobald mehrere Dosen vergossen werden.
Raytech veröffentlicht keinen Preis für die Gele; den konkreten Betrag liefert ein Angebot. Die Gebinde 300 (2 × 150 ml) und 1000 (2 × 500 ml) decken übliche Anwendungen ab. 2000 und 10000 sind für industrielle Serienanwendungen vorgesehen.
Raytech nennt für diese Gele bei vorgesehener Lagerung kein Verfallsdatum; für die Gefahrstoffeinstufung gelten Etikett und Sicherheitsdatenblatt der jeweiligen Produktreferenz. Auch nach der Anwendung bleibt die Verbindung zugänglich: Das Gel lässt sich aufschneiden, die Klemme herausnehmen und ersetzen. Magic Gel konnte ich sehr leicht und schnell entfernen. Bei Wonder Gel haben sich in meinem Versuch dagegen neue und alte Gelschichten nicht wieder miteinander verbunden. Beim Wiedereinsetzen klebte es an den Fingern; eine zuverlässige Abdichtung entstand nicht. Für spätere Arbeiten muss ich die Dose nicht anbohren: Deckel öffnen und Gel abziehen genügt. Das dauert nur Sekunden. In meinem Versuch mit Wonder Gel ließ sich nach dem Entfernen keine gleichmäßige Umschließung wiederherstellen; beim Magic Gel habe ich lediglich das saubere Entfernen beobachtet. Die Gelbox wird für einen erneuten Eingriff laut WAGO-FAQ zusammen mit ihren Klemmen ausgetauscht.
Nein. Das Gel ersetzt Gehäuse, Leitung, Schutzmaßnahmen und die am Installationsort geltenden Regeln nicht.
Transparenz Raytech : Magic Gel 300, Wonder Gel und Betty 4 Kabelverbinder.
Théo Desrousseaux
Elektriker und Herausgeber
Ich arbeite im Elektrohandwerk und gebe dieses Magazin heraus. Jeder Ratgeber wird vor der Veröffentlichung für sein Zielland geprüft.
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Artikel: https://www.sparx-elec.com/de/isoliergel-ip68-raytech-test/ Ausgabe: DE — Deutsch Sachlicher Fehler: [sachlichen Fehler beschreiben] Textstelle: [Textstelle zitieren oder benennen] Quelle: [optionale Quellen-URL]
Quellen und Referenzen
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